Wer kennt nicht die Schatzinsel? Und in der diesem Vorbild folgenden Serie „Black Sails“ spielt das Totenkopf Symbol eine wesentliche Rolle. Die bekannte Figur von R. Stevens vereitelt dabei seinem Kapitän Flint die Chance zu einer speziellen Einigung. In der Realität endete der Schrecken in der Karibik um die gleiche Zeit.

 

Auch im Fluch der Karibik findet der Totenkopf seinen Einsatz. Symbolisierte er nicht Jahrhunderte des Piraten- und Freibeutertum – vor allem in der Karibik des siebzehnten Jahrhunderts? Bekannte und gefürchtete Namen wie Henry Morgan und Blackbeard fuhren – zumindest zeitweise – unter seinem erschreckenden Anblick. Die Flagge selbst bezeichnet man als Jolly Rogers. Viele Handelskapitäne sollen bei seinem Anblick aufgegeben haben, bevor es zum Kampf kam. Immerhin waren die Handelsschiffe aufgrund der finanziellen Aspekte nur mit einer überschaubaren Mannschaft ausgestattet, die wiederum weder über die Bewaffnung noch über die Kampferfahrung verfügte. Piraten und Freibeuter, die ähnliche Flaggen führten, unterschieden sich in ihrem Auftrag, nicht in ihren Persönlichkeiten und Vorlieben. Während der Pirat ein Krimineller war, verfügt der Freibeuter über einen Kaperbrief, der ihm von einer der kriegsführenden Parteien ausgestellt wurde. Um sich von anderen Kollegen zu unterscheiden, wählten sie für sich eine jeweils eigene Flagge mit einem persönlich gestalteten Kopf aus.

 

Während des Dritten Reiches und der damit verbundenen Schreckensherrschaft wurde der Totenschädel zum Sinnbild des absolut Bösen und verlor die verklärende Wirkung, die ihm im siebzehnten Jahrhundert umgab. Aber schon damals sahen sich die Menschen, die diesen Verbrechern in die Arme fielen, extremer und existenzieller Gewalt ausgesetzt, die nicht selten in der Sklaverei endete. Wenige wurden freigekauft.

 

Im 11. Jahrhundert wurde der Totenschädel zum Symbol für die Sterblichkeit des Menschen und fand so auch Eingang in die Literatur. Vielen können sich Goethes Faust oder Shakespeares Hamlet nicht ohne ihn vorstellen

 

Während der Zeit Friedrich des Großen trugen die ausgewählten Regimenter der Husaren den Totenkopf als Emblem. Diese Sitte wurde bis ins neunzehnte Jahrhundert, vor allem in Preußen, beibehalten.

 

Während der napoleonischen Kriege trugen Regimenter Braunschweigs den Totenkopf auf ihrem Tschako, der damalige Kopfbedeckung. Er sollte die Feinde einschüchtern, die ihnen gegenüberstanden. Letztlich leisteten sie einen Beitrag zur Niederlage Napoleons, auch wenn ihr Herzog dabei verstarb.

 

Noch heute erschrecken die Mahnmale in Verdun, wo im Ersten Weltkrieg viele Menschen in den Materialschlachten ihr Leben lassen mussten. In Beinhäusern sind die sterblichen Male von ehemaligen Soldaten zu sehen. Dazwischen ruhen auch viele Totenköpfe, die den Soldaten gehörten, die in der Mitte ihres jungen Lebens sterben mussten.

Die moderne Kriegstechnik bediente sich ebenfalls dieses Symbols. So sind einige Flugzeuge der amerikanischen Marine damit ausgestattet. Meistens sind diese Maschinen auf Flugzeugträgern stationiert.

 

Die zivile Welt kommt ebenfalls nicht ohne den Totenkopf aus. Er wird auf Behälter gedruckt, die gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. Wer dieses Zeichen sieht, weiß sofort, dass es sich um ein Gift oder einen sehr gefährlichen Stoff handelt. Auch in Gebieten, in denen Gifte und andere Schadstoffe lagern, warnt das Symbol jeden vor der damit verbundenen Gefahr.